Monat: Dezember 2015

Mechthild Gläser: Die Buchspringer

Es geht um die 15-jährige Amy, die mit ihrer Mutter auf die schottische Insel Stormsay zieht und entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, in Bücher zu springen und Geschichten hautnah zu erleben. Amy ist begeistert, Buchfiguren wie Shir Khan und Goethes Werther zu begegnen, stellt aber bald fest, dass etwas in der Buchwelt nicht stimmt: Die Grundideen für Geschichten werden gestohlen und beenden diese, bevor sie begonnen haben. Amy beschließt, mit Hilfe echter und literarischer Freunde dem Dieb auf die Spur zu kommen.
Dieses Buch enthält von allem etwas: Ein bisschen Krimi, ein bisschen Fantasy, ein bisschen Liebesgeschichte. Es ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und Amys Gedanken sind wie ein witziger laufender Kommentar. Vorkenntnisse über die Bücher im Buch sind nicht nötig, aber später wird die Geschichte düsterer und schon zu Anfang gibt es einen Toten, für allzu junge Kinder ist das Buch vielleicht nichts.
Stellenweise, besonders in der Mitte, zieht sich die Geschichte auch etwas, hat aber einen interessanten Einstieg und ein vollkommen unerwartetes Ende. Mein Fazit: Für Bücherliebhaber definitiv zu empfehlen.

ISBN 978-3-7855-7497-3, EUR 17,95, Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 384 Seiten

Lian Alipour, 17 Jahre

Nic Sheff: Schizo. Trau niemandem. Vor allem nicht dir selbst.

Miles Cole ist sechzehn Jahre alt, wohnt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Jane in San Francisco und geht auf eine Privatschule. Er hat Freunde, mit denen er abhängt und ein Mädchen, dem er nach schmachtet.
Klingt verdammt normal? Ist es aber nicht. Denn Miles leidet unter Schizophrenie, wodurch er oft die Wirklichkeit nicht vom Wahn unterscheiden kann.
Zu alledem wird sein kleiner Bruder Teddy seit seinem ersten schizophrenen Anfall vermisst. Offiziell heißt die Aussage: Ertrunken. Jedoch ist sich Miles sicher, dass sein Bruder noch lebt und gekidnappt wurde. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg, um ihn zu retten.
Was das Bewundernswerte an diesem Buch ist, und es auch zum größten Teil ausmacht, ist, dass es sehr realitätsnah erzählt wird. Es wird nichts eingefügt, um es spannender oder eindrucksvoller zu machen, sondern einfach unverblümt der normale Alltag eines schizophrenen Sechzehnjährigen dargestellt.
Besonders sind zudem auch die Figuren in diesem Buch, die allesamt ihre eigenen starken Charakterzüge haben, und vor allem keiner von ihnen in irgendeiner Weise perfekt ist.
Insgesamt ist dies eine faszinierende und hoffnungsvolle Geschichte über einen geisteskranken Jugendlichen, die einen im Herzen berührt.

ISBN 978-3-7335-0088-7, EUR 8,99, Fischer KJT, ab 14 Jahren, 272 Seiten, aus dem Amerikanischen von Maren Illinger

Meret Raudonat, 16 Jahre