Monat: Juni 2016

Lilly Lindner: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Phoebe ist neun, als ihre geliebte Schwester April mit Magersucht in eine Klinik eingeliefert wird. April ist der Mittelpunkt ihrer Welt und es fällt ihr schwer, ohne sie leben zu müssen. So beginnt Phoebe, Briefe an April zu schreiben, Briefe über ihr Leben ohne sie, über die Hilflosigkeit ihrer Eltern und über Phoebes Versuch, April zu retten.

Der Roman ist vollständig in Briefform verfasst, die erste Hälfte davon sind Phoebes Briefe und die zweite Aprils Antworten darauf. Insofern gibt es keine komplexe Handlung, vielmehr befasst sich das Buch mit den Gefühlen der beiden Schwestern, was es interessant zu lesen macht. Zusätzlich haben Phoebe und April einen sehr ungewöhnlichen, poetischen Schreibstil, der trotzdem geradeheraus und einfach zu verstehen ist.

Phoebes Hälfte hat mir recht gut gefallen, da sie anrührend und traurig ist und man trotzdem mit Phoebe zusammen hoffen kann, dass ihre Schwester bald wieder gesund wird. Aprils Briefe erzählen viel von ihrer Krankheit und sind so bedrückend, dass man Schwierigkeiten hat, das Buch in einem Zug durchzulesen. Viele Dinge, die aus Phoebes Perspektive voller Hoffnung erschienen, sind in Aprils Briefen geradezu deprimierend.

Während es verständlich ist, dass ein Buch über Magersucht und den Umgang damit kein fröhliches Thema behandelt, ist es fast ein bisschen zu traurig. „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ hat viel Gefühl und Tiefgang, ist allerdings kein Buch zum Zwischendurchlesen oder für einen gemütlichen Nachmittag.

ISBN 978-3-7335-0093-1, EUR 9,99, Fischer KJT, ab 14 Jahren, 399 Seiten

Lian Alipour, 17 Jahre

Stefan Boonen: Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Das kleine Dorf ist in großer Aufregung: Über Nacht wurde am Flussufer ein Mädchen angespült, mit einem roten Koffer und mutterseelenallein. Jeder weiß bald, dass sie mir nichts, dir nichts Pfannkuchen essen kann und bleiben will. Die Dorfbewohner beschließen, dass sie eine Familie braucht. Beim Bäcker und beim Hausarzt soll sie zur Probe wohnen. Abenteuerlich wird es, als das Mädchen verbotenerweise in den dunklen Wald geht…

Das Buch hat mir sehr gefallen. Es ist so spannend geschrieben, dass ich es am liebsten nicht mehr zur Seite gelegt hätte. Einzig die Gemeinheiten, die Tante Idaliek dem Mädchen angetan hat, bevor es in das Dorf kam, fand ich nicht so toll. Zum Beispiel musste sie bei Regen draußen in einem Zelt schlafen. Trotzdem sehr lesenswert!

ISBN: 978-3737351720 | 14,99€ | Fischer KJB | ab 8 Jahren | 272 Seiten | aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Mit farbigen Bildern von Tom Schoonooghe

Esther Scharf, 8 Jahre

Hildegard Müller: Der große kleine Löwe

Die Geschichte handelt von einem ganz kleinen Löwen. Der ist traurig, weil ihn die anderen Tiere immer ärgern: „Löwe, Löwe, du bist so klein, du könntest ja ein Mäuslein sein!“ Auf den Bildern kann man gut sehen, wie traurig der kleine Löwe ist. Es sind sogar Tränen zu sehen. Da kommt der Rabe und hilft dem kleinen Löwen mit einem Trick.

Mir gefällt das Buch, weil es erst traurig ist und dann am Ende ganz fröhlich. Eltern können die Geschichte gut vorlesen, wenn Kinder abends nicht einschlafen können. Wenn man schon lesen kann und groß ist, dann kann man sie selber lesen. Denn die Schrift ist schön groß. Die Bilder sind auch ganz schön. Und die Tiere sehen sehr witzig und süß aus.

ISBN: 978-3-848-90105-0, 12,95€,  Aladin, Bilderbuch, 32 Seiten

Deik Steffen, 6 Jahre