Monat: Dezember 2016

Marco Kunst: Herr der Zeiten

Im 17. Jahrhundert will der Arzt Zacharias Kroonsz das Geheimnis der Lebenslinien herausfinden. Sein Sohn Wessel hilft ihm bei seinen Forschungen, aber er erkennt bald, dass Zacharias sich auf einen dunklen Pfad begibt und sich in seinem Wahn zu verlieren droht. Jahrhunderte später, im Jahr 2013, werden Pink und Bor in Zacharias‘ Machenschaften hineingezogen und müssen sich mit Wessel verbünden, um seinen Vater zu besiegen.

„Herr der Zeiten“ beschäftigt sich mit einigen interessanten philosophischen Fragen nach Leben, Tod und dem Leben nach dem Tod, die einen zum Denken anregen, ohne langweilig oder kompliziert zu werden. Es wird aus der Sicht der vier Hauptfiguren erzählt, die alle völlig verschiedene Persönlichkeiten haben, und selbst die, die man unsympathisch findet, vertreten interessante Sichtweisen und machen Spaß zu lesen. Die Geschichte wird nicht linear erzählt, sodass erst später alles einen Sinn ergibt. Dadurch verliert das Buch in der Mitte etwas an Schwung und das Ende wirkt ein bisschen plötzlich. Es ist trotzdem ein interessantes und durchaus lesenswertes Buch.

ISBN 978-3-8369-5899-8 / EUR 19,95 / Gerstenberg-Verlag / ab 14 Jahren / 432 Seiten / aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf

Lian Alipour, 18 Jahre

Melvin Burgess: Death

Death, das ist die neueste Superdroge, mit der man eine ganze Woche high bleibt – nur leider endet diese Woche mit dem sofortigen Tod. Damit ist sie beliebt bei Leuten, die nichts mehr zu verlieren haben. Einer dieser Leute ist der 15-jährige Adam, nachdem sein Bruder gestorben ist und seine Freundin Lizzie nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Als Adam Death in die Hände bekommt, ist eine unglaubliche Woche zum Greifen nah und er muss sich entscheiden, wie wichtig ihm eine Zukunft mit Lizzie ist. Währenddessen versinkt Manchester um ihn herum im Chaos, weil Revolutionstruppen die Regierung stürzen wollen…

Das Buch „Death“ hat einige interessante Themen als Grundlage, die eigentlich eine gute Geschichte ausmachen, wie Revolution und das organisierte Verbrechen. An sich wäre es spannend zu lesen, wenn da nicht der Hauptcharakter wäre. Adam trifft so viele dumme Entscheidungen am Anfang des Buches und benimmt sich gegenüber seinen Eltern und Lizzie so unfair, dass man beinahe froh ist, als er mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wird und in echte Schwierigkeiten gerät. Während des Lesens fiel es mir schwer, mit Adam mitzufühlen und das hat mir einigen Spaß an dem Buch genommen.

ISBN: 978-3-551-31505-2 / EUR 7,99 / Carlsen / ab 14 Jahren / 352 Seiten / aus dem Englischen von Kai Kilian

Lian Alipour, 18 Jahre

Annette Moser / Polona Lovsin: Unter dem funkelnden Weihnachtsstern

Es ist ein Buch, das sich besonders gut für die Weihnachtszeit eignet. Es macht Spaß, dabei zu sein, wenn das Häschen Paulchen, die Maus Mia, das Eichhörnchen Fine und Mätzchen, der Spatz, sich darüber streiten, was Weihnachten wirklich ist. Ein schönes Buch, das ich besonders für das Kindergartenalter empfehlen würde.

ISBN: 978-3-7855-7616-8 | 12,95€ | Loewe | ab 3 Jahren | 32 Seiten

Lisa Schewelies, 9 Jahre

Tony Mitton | Alison Brown: Der kleine Schneebär sucht ein Zuhause

Auf der Suche nach einem gemütlichen Zuhause stapft der kleine Schneebär an einem bitterkalten Wintertag einsam durch den Wald. Da entdeckt er eine Höhle, dunkel, schön groß und trocken. Doch darin lebt bereits Familie Fuchs. In windiger Höhe bei der Eule ist auch kein Platz. Mitten im Schneetreiben sieht der kleine Bär plötzlich einen warmen Lichtschein…

Mir hat das Buch gut gefallen, weil ich die Geschichte über eine besondere Freundschaft sehr schön fand. Auch kann man sie toll kleinen Kindern vorlesen.

ISBN: 978-3649667780 | 12,95€ | Coppenrath | ab 3 Jahren | 32 Seiten | Aus dem Englischen von Hanna Schmitz

Esther Scharf, 8 Jahre

Zara Kavka: Love, crazy love

Nachdem Clara ihr Abi verhauen hat, wird sie von ihrer Mutter zu ihrem Vater verfrachtet. Claras Vater leitet eine „Psychoklinik“ und so findet Clara sich bald schon zwischen lauter Verrückten wieder. Als sie in der Klinik ihrem alten Schwarm Darius über den Weg läuft, beschließt Clara, von einem Bauchgefühl geleitet, vor ihrem Vater die Magersüchtige zu mimen, um Darius näher sein zu können. Bald jedoch erkennt Clara, dass sie auch noch mit anderen Problemen zu kämpfen hat als mit ihrer vorgetäuschten Magersucht.

Mir hat das Buch gefallen, weil es zeigt, wie Clara zu sich selbst findet. Auch bringt dieses Buch einem das Leben in einer Psychiatrie näher, wobei man auch viel über die Probleme der anderen Patienten erfährt. Alles in allem war das Buch bezogen auf Claras Charakter sehr spannend, aber auf andere Art sehr tiefgründig.

ISBN 978-3-401-60166-3 / € 12,99 / Arena / ab 12 Jahren / 280 Seiten

Emma Michaelsen, 16 Jahre

Jakob Wegelius: Sally Jones – Mord ohne Leiche

Sally Jones ist ein Affe und kann die Sprache der Menschen verstehen. Eines Tages wird ihr bester Freund Henry Koskela verhaftet und des Mordes angeklagt. Er soll Alphonso Morro absichtlich in das Hafenbecken Lissabons geworfen haben. Doch das stimmt so nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit hilft Sally Jones ihrem Freund. Sie muss dafür durch die ganze Welt reisen und viele Abenteuer bestehen. Es passieren immer wieder viele kleine, spannende Dinge. Zum Beispiel muss Sally Jones es über sich ergehen lassen, in Indien als Schach spielender Affe verkauft zu werden.

Die Geschichte spielt vor ungefähr hundert Jahren und das veranschaulichen auch die Illustrationen, die mir besonders gut gefallen haben. Ich finde auch toll, dass die Geschichte aus der Sicht eines Affen erzählt wird. Sally Jones macht sich viele interessante Gedanken über die Menschen. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Abenteuergeschichte und wird allen gefallen, die gerne dicke, spannende Bücher lesen.

ISBN: 978-3-8369-5874-5 / 19,95 Euro / Gerstenberg / ab 9 Jahren / 624 Seiten

Gesa Bachmann, 11 Jahre

Alex Gino: George

George ist ein zehnjähriges Mädchen, das in einem Jungenkörper steckt. Sie ist transgender, davon weiß aber keiner. Denn viele Leute in ihrem Umfeld haben Vorurteile und bezeichnen sie zum Beispiel als „Schwuchtel“. In ihrem Schrank versteckt sie Mädchenzeitschriften, in denen sie liest, um sich vorzustellen wie es ist, ein „richtiges“ Mädchen zu sein.

Georges allergrößter Wunsch ist es, die Charlotte, eine Mädchenrolle im Schultheater, zu spielen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Kelly fasst sie einen Plan, um sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Man konnte die Gefühlswelt von George sehr gut nachvollziehen und auch Kelly war ein sehr liebenswerter Charakter. Die Vorurteile gegenüber transgender und homosexuellen Menschen in unserer Gesellschaft wurden sehr gut dargestellt. GEORGE ist sehr leicht zu lesen, aber man wird es so schnell nicht vergessen.

ISBN: 978-3-7373-4032-8 / 14,99 Euro / Fischer KJB / ab 10 Jahren / 208 Seiten / Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst

Anne Bachmann, 14 Jahre