Fantasy

C. J. Daugherty / Carina Rozenfeld: Secret Fire Bd. 1: Die Entflammten

Die in London wohnende Taylor setzt alles daran, gute Noten in der Schule zu erzielen. Denn ihr großes Ziel ist es, später in Oxford zu studieren. Deshalb passt es ihr gar nicht, dass ihr Französischlehrer ihr noch einen Nachhilfeschüler aufdrängt. Gewissenhaft kümmert sie sich aber auch um diesen, Sacha, ein Junge aus der Vorstadt von Paris. Sachas Vorsatz ist es, seinen 18. Geburtstag zu überleben. Bis dahin setzt er sein Leben immer wieder bei riskanten Aktionen aufs Spiel. Schule spielt dagegen überhaupt keine Rolle in seinem Leben. Als Taylor und Sacha merken, dass sie aus einem ganz anderen Grund zusammen geführt wurden, beginnt das Durcheinander, und es dauert nicht lange, bis Sacha sich auf der Flucht befindet.

Eine spannende Geschichte, die mysteriös, actionreich und romantisch daherkommt. Zum Glück folgt bald schon der nächste Band. Für alle Night-School-Fans und C. J. Daugherty-Anhänger vielleicht nicht ganz, was sie erwarten, da Magie eine relativ große Rolle spielt. Jedoch ist diese Geschichte in sich schlüssig und auf jeden Fall lesenswert.

ISBN 978-3-7891-3339-8 / 18,99 Euro / Oetinger / ab 14 Jahren / 448 Seiten / Aus dem Englischen von Peter Klöss

Meret Raudonat, 17 Jahre

Marco Kunst: Herr der Zeiten

Im 17. Jahrhundert will der Arzt Zacharias Kroonsz das Geheimnis der Lebenslinien herausfinden. Sein Sohn Wessel hilft ihm bei seinen Forschungen, aber er erkennt bald, dass Zacharias sich auf einen dunklen Pfad begibt und sich in seinem Wahn zu verlieren droht. Jahrhunderte später, im Jahr 2013, werden Pink und Bor in Zacharias‘ Machenschaften hineingezogen und müssen sich mit Wessel verbünden, um seinen Vater zu besiegen.

„Herr der Zeiten“ beschäftigt sich mit einigen interessanten philosophischen Fragen nach Leben, Tod und dem Leben nach dem Tod, die einen zum Denken anregen, ohne langweilig oder kompliziert zu werden. Es wird aus der Sicht der vier Hauptfiguren erzählt, die alle völlig verschiedene Persönlichkeiten haben, und selbst die, die man unsympathisch findet, vertreten interessante Sichtweisen und machen Spaß zu lesen. Die Geschichte wird nicht linear erzählt, sodass erst später alles einen Sinn ergibt. Dadurch verliert das Buch in der Mitte etwas an Schwung und das Ende wirkt ein bisschen plötzlich. Es ist trotzdem ein interessantes und durchaus lesenswertes Buch.

ISBN 978-3-8369-5899-8 / EUR 19,95 / Gerstenberg-Verlag / ab 14 Jahren / 432 Seiten / aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf

Lian Alipour, 18 Jahre

Lilli Thal: Die Puppenspieler von Flore

Gemeinsam mit 19 anderen Jugendlichen wird Tamaso eines Tages völlig überraschend in ein geheimes Trainingscamp gebracht. Der Grund: Das Land Corona will sie im Kampf gegen seinen Erzfeind Flore als Spione einsetzen, um dessen Regierung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der geschickte Tamaso wird als Mechaniker im Haus eines Marschalls untergebracht. Eine wichtige Tradition in Flore ist das Puppenspiel und Tamaso soll helfen, die Marionetten zu reparieren – während im Keller des Hauses gefoltert und gemordet wird. Nun müssen Tamaso und die anderen Agenten versuchen, ihren Auftrag auszuführen und ganz nebenbei zu überleben.

„Die Puppenspieler von Flore“ ist spannend und hat viele Wendungen bis zur letzten Seite. Man kann mit Tamaso und den anderen mitfiebern, die Charaktere sind dreidimensional und wirken lebendig. Manchmal scheint sich die Geschichte zu ziehen, aber jedes Mal, wenn man das Buch beiseite legt und später wieder in die Hand nimmt, zieht es einen wieder in seinen Bann.

Wie abzusehen gibt es in dem Buch Themen wie Gewalt, Folter und Tod bzw. Mord, zartbesaitete Menschen sollten also gewarnt sein. Zusätzlich dazu behandelt das Buch politische und gesellschaftliche Themen, die es eher zu einem Buch für junge Erwachsene als für Kinder machen.

Alles in allem ist „Die Puppenspieler von Flore“ also ein spannendes und lesenswertes Buch.

ISBN 978-3-8369-5801-1, EUR 19,95, Gerstenberg Verlag, ab 14 Jahren, 476 Seiten

Lian Alipour, 17 Jahre

Mechthild Gläser: Die Buchspringer

Es geht um die 15-jährige Amy, die mit ihrer Mutter auf die schottische Insel Stormsay zieht und entdeckt, dass sie die Gabe besitzt, in Bücher zu springen und Geschichten hautnah zu erleben. Amy ist begeistert, Buchfiguren wie Shir Khan und Goethes Werther zu begegnen, stellt aber bald fest, dass etwas in der Buchwelt nicht stimmt: Die Grundideen für Geschichten werden gestohlen und beenden diese, bevor sie begonnen haben. Amy beschließt, mit Hilfe echter und literarischer Freunde dem Dieb auf die Spur zu kommen.
Dieses Buch enthält von allem etwas: Ein bisschen Krimi, ein bisschen Fantasy, ein bisschen Liebesgeschichte. Es ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und Amys Gedanken sind wie ein witziger laufender Kommentar. Vorkenntnisse über die Bücher im Buch sind nicht nötig, aber später wird die Geschichte düsterer und schon zu Anfang gibt es einen Toten, für allzu junge Kinder ist das Buch vielleicht nichts.
Stellenweise, besonders in der Mitte, zieht sich die Geschichte auch etwas, hat aber einen interessanten Einstieg und ein vollkommen unerwartetes Ende. Mein Fazit: Für Bücherliebhaber definitiv zu empfehlen.

ISBN 978-3-7855-7497-3, EUR 17,95, Loewe Verlag, ab 12 Jahren, 384 Seiten

Lian Alipour, 17 Jahre