Liebe & Leben

Kathy Parks: Echt mieser Zufall – oder wie ich einen Kuss wollte und beinahe dabei drauf ging

Nachdem Denver uneingeladen auf eine illegale Party gegangen war, auf der sie fast ihren ersten Kuss erlebte, findet sie sich auf einem kleinen Rettungsboot mitten auf dem Meer wieder. Eine Riesenwelle hatte die Küste von Los Angeles überrollt und Denver und vier Mitschüler müssen nun um ihr Leben kämpfen. Klingt mies?

Es kommt noch besser, denn bei den Mitschülern handelt es sich ausgerechnet um die Coolsten und Beliebtesten aus Denvers Schule, und für die steht Denver ganz unten in der hierarchischen Hackordnung. Darunter auch Denvers exbeste Freundin Abigail, die Denver seit jeher das Leben zur Hölle macht. Die anderen Partygäste sind mit großer Sicherheit tot und so fängt für alle der nackte Kampf ums Überleben an.

Das Buch ist mit sehr viel Selbstironie, Sarkasmus und Humor geschrieben und erinnert mich an eine Mischung aus „Gossip Girl“ und „Schiffbruch mit Tiger“.

Für alle, die auf schwarzen Humor stehen, auf jeden Fall genau das Richtige.

 

ISBN 978-3-401-60249-3 /14,99€ / Arena / ab 14 Jahre/ 328 Seiten / Aus dem Englischen von Bea Reiter

Von Emma Michaelsen (18 Jahre)

(c) Cover: Arena Verlag

Werbeanzeigen

Claudia Pietschmann: Cloud

Seit Emmas kleiner Bruder vor wenigen Monaten gestorben ist, hat sie das Gefühl, sich niemandem mehr anvertrauen zu können. Zu diesem Zeitpunkt tritt, via Internet, der charmante und einfühlsame Paul in ihr Leben. Paul versteht sie wie kein anderer und das, obwohl sie sich noch nie getroffen haben. Emma erzählt Paul bereitwillig alles, lässt ihn an ihrem Leben teilhaben und verliebt sich in ihn. Doch bald schon wird Emma skeptisch, denn da sind Sachen, die irgendwie komisch an Paul sind, wie zum Beispiel, dass er noch nie von Spotify gehört hat, berühmte Sänger nicht kennt und sie für ihn das einzige Fenster zur Welt zu sein scheint. Auch ihrem Wunsch nach einem Treffen, weicht er mehrmals aus. Bald schon stellen sich Emma die Fragen, ob Paul wirklich der ist, der er zu sein vorgibt, und ob er überhaupt existiert.

Am Anfang des Buches verlief die Geschichte noch etwas schleppend, wurde aber zum Ende hin spannender. Gestört hat mich, dass viele Geschehnisse und Probleme nur oberflächlich umrissen und gelöst werden. Auch scheint mir die ganze Sache mit Paul viel zu schnell verlaufen zu sein, da Emma schon nach den ersten paar Chats schon das Gefühl hat, eine tiefere Verbindung zu Paul zu haben und ihn zu lieben. Außerdem macht Emma sich viel zu wenig Gedanken, dass Paul nicht der sein könnte, der er zu sein vorgibt. Allerdings finde ich die Idee von Pauls Geheimnis und der Grundlage des Buches ziemlich interessant.

 

ISBN: 978-3401603490 / 15 Euro / Arena / ab 12 Jahren / 368 Seiten

Von Emma Michaelsen (18 Jahre)

Meredith Russo: Als ich Amanda wurde

Ist Amanda ein Mädchen oder doch ein Junge?

Ein Mädchen! Da ist sich Amanda zu 100 Prozent sicher, obwohl sie ursprünglich als Andrew geboren wurde. Aufgrund ihrer persönlichen Geschichte gehört sie in ihrer kleinen Heimatsstadt im Süden der USA zu den gesellschaftlich Aussätzigen. In der Schule wird sie gemobbt und auch vor körperlicher Gewalt schrecken ihre Mitschüler nicht zurück.

Nach einem besonders schlimmen Vorfall beschließt Amanda zu ihrem Vater zu ziehen, um ein neues Leben als Amanda anzufangen. Niemand darf erfahren, dass sie nicht immer Amanda gewesen ist. Schon bald findet sie die ersten Freunde und verliebt sich außerdem. Alles scheint perfekt zu sein, wäre da nicht das große Geheimnis, dass Amanda mit sich herumträgt.

Dieses Buch bringt das Thema Transgender näher und handelt von Liebe, Freundschaft, der Wahrheit und dem eigenen Selbstbewusstsein.

Ich fand es wunderschön zu lesen und auch der Schreibstil hat mir gefallen.

 

Dtv/ ISBN 978-3-423-71749-6 / 10,95 € / dtv / ab 14 Jahren / 301 Seiten / Aus dem Englischen von Barbara Lehnerer

Von Emma Michaelsen (18 Jahre)

GILL LEWIS: EIN ZUHAUSE FÜR IMMER

Man könnte denken, es ist völlig normal, dass jemand mit Scarlet schimpft, sie sollte mal ihrer Mutter beim Haushalt helfen und sie sollte mal ihr Zimmer aufräumen. Aber nicht wenn dieser jemand Miss Gideon vom Jugendamt ist und auch nicht wenn in Wahrheit die zwölfjährige Scarlet die ganze Wohnung aufgeräumt und geputzt hat und nicht ihre Mutter. Normal ist das nur für Scarlet und ihren kleinen Bruder Red.

Denn einmal im Monat kommt Miss Gideon der Pinguin vorbei und kontrolliert die „Lage“ bei ihnen zu Hause. Pinguine, so nennen die beiden die Leute vom Jugendamt, denn sie stolzieren herum und stochern überall mit ihrer Nase herum, genauso wie die Pinguine im Zoo.

Der Zoo ist Scarlets und Reds einziger Zufluchtsort, wenn ihre Mutter mal wieder den ganzen Tag im Bett liegt oder das Geld am Monatsende knapp wird. Dort kann Scarlet in Ruhe ihre Bücher lesen und Red die Vögel im Tropenhaus beobachten, nur dort können sie wie richtige Kinder sein.

Die ganze Situation läuft aus dem Ruder, als Scarlet den kranken Red mit ihrer Mutter alleine lässt und es in der Wohnung anfängt zu brennen, während sie in der Schule ist. Die beiden Kinder werden von ihrer Mutter getrennt. Scarlet kommt in eine Pflegefamilie und muss auf eine neue Schule gehen. Doch wo ist Red? Verzweifelt macht sich Scarlet auf die Suche, denn sie weiß, ihr kleiner Bruder ist ohne sie verloren.

Dieses Buch hat mich stark zum Nachdenken gebracht. Immer habe ich mir die Frage gestellt: Möchte ich, dass Scarlet bei ihrer Mutter und ihrem Bruder ist, oder wünsche ich ihr, dass eine Pflegefamilie sich um sie kümmert und ihre richtige Familie gewissermaßen ersetzt?

Trotz des ernsten Themas hat die Autorin es geschafft die Geschichte auch für ein jüngeres Publikum zugänglich zu machen. Dadurch, dass sie einige Sachen, wie das genaue Krankheitsbild der Mutter nicht genau beschrieben hat, war es nicht zu heftig und der Fokus lag eher auf den Kindern.

 

ISBN 978-3423761840 / 14,95 Euro/ dtv / ab 10 Jahren / 224 Seiten / Aus dem Englischen von Siggi Seuß

Von Anne Bachmann (16 Jahre alt)

JANDY NELSON: ÜBER MIR DER HIMMEL und ICH GEBE DIR DIE SONNE

Jandy Nelson: Über mir der Himmel

Lennie ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrer Grama und ihrem Onkel Big in einem großen Haus. Bevor ihre Schwester Bailey starb, stand sie immer in deren Schatten. Jetzt steht Lennie alleine da und kann sich nicht mehr hinter der großen Schwester verstecken. Als die beiden Mädchen noch sehr klein waren, verschwand deren Mutter. Damit klarzukommen war immer schwer für Lennie und es kommt nach Baileys Tod wieder hoch. Im Schulorchester trifft Lennie den charmanten Franzosen Joe Fontaine und auch dem Exfreund ihrer Schwester kommt sie gefährlich nah. Nun findet sie sich in einer Situation wieder, die sie mit ihrem Lieblingsbuch „Sturmhöhe“ vergleicht. Während des Lesens hat es mich ein wenig genervt, dass sie sich immer wieder mit dem Leben von Heathcliff und Catherine vergleicht. Ich habe schon häufig Bücher gelesen in denen die Protagonisten sich mit den beiden vergleichen und hätte mir vielleicht mal etwas anderes gewünscht.

Außerordentlich gut gefallen haben mir die Gedichte von Lennie. Diese spiegelten ihre Gefühlswelt manchmal besser wider als im erzählten Teil des Buches . Es war sehr schön zu sehen, wie Lennie sich über einige Irrungen und Wirrungen sich selbst und auch die „wahre“ Liebe findet.

Ein Auszug meines Lieblingsgedichtes von Lennie:

„Trauer ist ein Haus, in dem die Stühle vergessen haben wie man trägt,

die Spiegel wie man unser Bild zurückgibt,

die Wände wie man uns umfängt. (…)

Trauer ist ein Haus, in dem niemand dir Schutz geben kann,

in dem die kleine Schwester älter als die große wird.“

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

In ihrem zweiten Roman zeigt uns Jandy Nelson wieder ein Familienszenario. Jedoch hier mit einem größeren Fokus auf die Familie, als auf die Liebe. Noah und Jude sind Zwillinge. Man begleitet sie über drei Jahre, in denen sie sich sehr stark verändern und zu jungen Erwachsenen werden. Die beiden kämpfen stark damit, dass ihre Mutter früh stirbt. Viel mehr möchte ich auch nicht zu der Handlung sagen, denn es geht auch viel um Geheimnisse, jedoch sollten man wissen, dass man sich auf ein Gefühlschaos einstellen muss.

Die beiden Zwillinge haben mich einfach verzaubert und auch die Entwicklung der Protagonisten wurde sehr gut dargestellt.

Meine Meinung zu der Autorin Jandy Nelson

Wie man schon heraushören kann, haben mir beide Romane von Jandy Nelson überzeugt. Sie hat vielschichtige und nicht direkt durchschaubare Charaktere erfunden mit denen man sich gut identifizieren konnte. Es hat mir außerdem gefallen, dass Familien so eine große Rolle in den beiden Romanen gespielt hat.

Jandy Nelson kann ich allen empfehlen, die gerne Liebesromane mit Tiefgang lesen.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne. ISBN: 978-3-570-16459-4 / € 17,99 / cbt / ab 14 Jahren / 480 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Jandy Nelson: Über mir der Himmel. ISBN: 978-3-570-31123-3 / € 9,99 / cbt / ab 14 Jahren / 352 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Anne Bachmann, 14 Jahre

Sarah Crossan: Apple und Rain

Apple kämpft mit den alltäglichen Problemen, die wohl jeder von uns kennt: Eine peinliche Großmutter, auf sie hinab schauende Mädchen in der Schule, die Angst etwas Falsches zu sagen. Außerdem ist da noch ihr Vater mit seiner neuen Frau und ihre Mutter, die, als Apple 3 Jahren alt war, nach Amerika gegangen ist und Apple bei ihrer Großmutter zurückgelassen hat… Plötzlich geschieht das Unfassbare: Apples Mutter kommt zurück aus Amerika und will, dass Apple bei ihr wohnt. Doch mit ihrer Mutter kommen noch weitere Probleme auf Apple zu, wie ihre kleine Schwester Rain.

Dieses Buch erzählt davon wie Apple und auch Rain langsam ihre Ängste vor der Welt verlieren und sich etwas Selbstbewusstsein aneignen. Auch wird geschildert, dass jeder von uns nicht perfekt und eben doch nur ein Mensch ist und Fehler macht. Allgemein kann ich sagen, dass man das Buch gut lesen kann, da es nie langweilig wird und außerdem gut geschrieben ist. Besonders gut hat mir gefallen, dass man Apple im Laufe der Geschichte sehr gut kennen lernt.

ISBN 978-3-570-16400-6 / € 12,99 / cbt / ab 12 Jahren / 320 Seiten / Aus dem Englischen von Birgit Niehaus

Emma Michaelsen, 16 Jahre

Dave Cousins: Warten auf Gonzo

Oz ist cool, humorvoll, hat seine besten Kumpels immer an der Seite und findet, er hat den besten Musikgeschmack von seiner ganzen Familie. Dies war bevor er auf eine einsame Farm zog, weit weg von Hardacre und seinen Freunden. In seiner neuen Schule scheinen nicht alle den gleichen Humor zu haben, weshalb es nicht lange dauert, bis alles nach hinten losgeht. Auch seine große Schwester findet sich in der neuen Umgebung nicht gleich zurecht. Und im Gegensatz zu Oz hat sie ein Problem, das von Tag zu Tag größer wird.

Eine ganz liebevolle Geschichte über eine ganz normale Familie. Erst ab der Hälfte des Buches, würde ich sagen, versteht man es richtig, aber es macht schon vorher Spaß, Oz zuzuschauen, wie er verzweifelt versucht, in seiner neuen Umgebung zurechtzukommen und das, obwohl er viel lieber wieder in Hardacre wäre.

ISBN 9-783-7725-2779-1 / 19,90 Euro / Verlag Freies Geistesleben / ab 14 Jahren / 304 Seiten / Aus dem Englischen von Anne Brauner

Meret Raudonat, 17 Jahre