Spannung

JANDY NELSON: ÜBER MIR DER HIMMEL und ICH GEBE DIR DIE SONNE

Jandy Nelson: Über mir der Himmel

Lennie ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrer Grama und ihrem Onkel Big in einem großen Haus. Bevor ihre Schwester Bailey starb, stand sie immer in deren Schatten. Jetzt steht Lennie alleine da und kann sich nicht mehr hinter der großen Schwester verstecken. Als die beiden Mädchen noch sehr klein waren, verschwand deren Mutter. Damit klarzukommen war immer schwer für Lennie und es kommt nach Baileys Tod wieder hoch. Im Schulorchester trifft Lennie den charmanten Franzosen Joe Fontaine und auch dem Exfreund ihrer Schwester kommt sie gefährlich nah. Nun findet sie sich in einer Situation wieder, die sie mit ihrem Lieblingsbuch „Sturmhöhe“ vergleicht. Während des Lesens hat es mich ein wenig genervt, dass sie sich immer wieder mit dem Leben von Heathcliff und Catherine vergleicht. Ich habe schon häufig Bücher gelesen in denen die Protagonisten sich mit den beiden vergleichen und hätte mir vielleicht mal etwas anderes gewünscht.

Außerordentlich gut gefallen haben mir die Gedichte von Lennie. Diese spiegelten ihre Gefühlswelt manchmal besser wider als im erzählten Teil des Buches . Es war sehr schön zu sehen, wie Lennie sich über einige Irrungen und Wirrungen sich selbst und auch die „wahre“ Liebe findet.

Ein Auszug meines Lieblingsgedichtes von Lennie:

„Trauer ist ein Haus, in dem die Stühle vergessen haben wie man trägt,

die Spiegel wie man unser Bild zurückgibt,

die Wände wie man uns umfängt. (…)

Trauer ist ein Haus, in dem niemand dir Schutz geben kann,

in dem die kleine Schwester älter als die große wird.“

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

In ihrem zweiten Roman zeigt uns Jandy Nelson wieder ein Familienszenario. Jedoch hier mit einem größeren Fokus auf die Familie, als auf die Liebe. Noah und Jude sind Zwillinge. Man begleitet sie über drei Jahre, in denen sie sich sehr stark verändern und zu jungen Erwachsenen werden. Die beiden kämpfen stark damit, dass ihre Mutter früh stirbt. Viel mehr möchte ich auch nicht zu der Handlung sagen, denn es geht auch viel um Geheimnisse, jedoch sollten man wissen, dass man sich auf ein Gefühlschaos einstellen muss.

Die beiden Zwillinge haben mich einfach verzaubert und auch die Entwicklung der Protagonisten wurde sehr gut dargestellt.

Meine Meinung zu der Autorin Jandy Nelson

Wie man schon heraushören kann, haben mir beide Romane von Jandy Nelson überzeugt. Sie hat vielschichtige und nicht direkt durchschaubare Charaktere erfunden mit denen man sich gut identifizieren konnte. Es hat mir außerdem gefallen, dass Familien so eine große Rolle in den beiden Romanen gespielt hat.

Jandy Nelson kann ich allen empfehlen, die gerne Liebesromane mit Tiefgang lesen.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne. ISBN: 978-3-570-16459-4 / € 17,99 / cbt / ab 14 Jahren / 480 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Jandy Nelson: Über mir der Himmel. ISBN: 978-3-570-31123-3 / € 9,99 / cbt / ab 14 Jahren / 352 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Anne Bachmann, 14 Jahre

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C. J. Daugherty / Carina Rozenfeld: Secret Fire Bd. 1: Die Entflammten

Die in London wohnende Taylor setzt alles daran, gute Noten in der Schule zu erzielen. Denn ihr großes Ziel ist es, später in Oxford zu studieren. Deshalb passt es ihr gar nicht, dass ihr Französischlehrer ihr noch einen Nachhilfeschüler aufdrängt. Gewissenhaft kümmert sie sich aber auch um diesen, Sacha, ein Junge aus der Vorstadt von Paris. Sachas Vorsatz ist es, seinen 18. Geburtstag zu überleben. Bis dahin setzt er sein Leben immer wieder bei riskanten Aktionen aufs Spiel. Schule spielt dagegen überhaupt keine Rolle in seinem Leben. Als Taylor und Sacha merken, dass sie aus einem ganz anderen Grund zusammen geführt wurden, beginnt das Durcheinander, und es dauert nicht lange, bis Sacha sich auf der Flucht befindet.

Eine spannende Geschichte, die mysteriös, actionreich und romantisch daherkommt. Zum Glück folgt bald schon der nächste Band. Für alle Night-School-Fans und C. J. Daugherty-Anhänger vielleicht nicht ganz, was sie erwarten, da Magie eine relativ große Rolle spielt. Jedoch ist diese Geschichte in sich schlüssig und auf jeden Fall lesenswert.

ISBN 978-3-7891-3339-8 / 18,99 Euro / Oetinger / ab 14 Jahren / 448 Seiten / Aus dem Englischen von Peter Klöss

Meret Raudonat, 17 Jahre

Ursula Poznanski: Elanus

Jona ist hochbegabt, deshalb geht er schon mit 16 auf eine Eliteuniversität. Er hat ein Computerprogramm entwickelt, mit dem er über eine Drohne Menschen verfolgen und ausspionieren kann. Über diese Drohne beobachtet er auch einen seiner Dozenten. Als dieser tot aufgefunden wird, ist nichts mehr wie es vorher war.

Elanus hat mir insgesamt gut gefallen. Jona kam mir anfangs sehr unsympathisch vor, denn durch seine Schlauheit wirkt er oft sehr arrogant. Nach ein paar Kapiteln hat man ihn aber besser kennengelernt und seine Gedanken waren nachvollziehbarer. In der Mitte des Romans wurde es etwas langweilig, weil es keine wirklichen Fortschritte gab. Zum Ende hin hat er mich dann wieder richtig gepackt und ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand nehmen. Außerdem wurde der Computeraspekt sehr interessant beschrieben, und es hat mir gefallen, dass es nicht nur um die Aufklärung eines Mordfalls ging.

ISBN: 978-3-7855-8231-2 / 14,95 Euro / Loewe / ab 14 Jahren / 416 Seiten

Anne Bachmann, 14 Jahre

Melvin Burgess: Death

Death, das ist die neueste Superdroge, mit der man eine ganze Woche high bleibt – nur leider endet diese Woche mit dem sofortigen Tod. Damit ist sie beliebt bei Leuten, die nichts mehr zu verlieren haben. Einer dieser Leute ist der 15-jährige Adam, nachdem sein Bruder gestorben ist und seine Freundin Lizzie nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Als Adam Death in die Hände bekommt, ist eine unglaubliche Woche zum Greifen nah und er muss sich entscheiden, wie wichtig ihm eine Zukunft mit Lizzie ist. Währenddessen versinkt Manchester um ihn herum im Chaos, weil Revolutionstruppen die Regierung stürzen wollen…

Das Buch „Death“ hat einige interessante Themen als Grundlage, die eigentlich eine gute Geschichte ausmachen, wie Revolution und das organisierte Verbrechen. An sich wäre es spannend zu lesen, wenn da nicht der Hauptcharakter wäre. Adam trifft so viele dumme Entscheidungen am Anfang des Buches und benimmt sich gegenüber seinen Eltern und Lizzie so unfair, dass man beinahe froh ist, als er mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wird und in echte Schwierigkeiten gerät. Während des Lesens fiel es mir schwer, mit Adam mitzufühlen und das hat mir einigen Spaß an dem Buch genommen.

ISBN: 978-3-551-31505-2 / EUR 7,99 / Carlsen / ab 14 Jahren / 352 Seiten / aus dem Englischen von Kai Kilian

Lian Alipour, 18 Jahre

Jakob Wegelius: Sally Jones – Mord ohne Leiche

Sally Jones ist ein Affe und kann die Sprache der Menschen verstehen. Eines Tages wird ihr bester Freund Henry Koskela verhaftet und des Mordes angeklagt. Er soll Alphonso Morro absichtlich in das Hafenbecken Lissabons geworfen haben. Doch das stimmt so nicht. Auf der Suche nach der Wahrheit hilft Sally Jones ihrem Freund. Sie muss dafür durch die ganze Welt reisen und viele Abenteuer bestehen. Es passieren immer wieder viele kleine, spannende Dinge. Zum Beispiel muss Sally Jones es über sich ergehen lassen, in Indien als Schach spielender Affe verkauft zu werden.

Die Geschichte spielt vor ungefähr hundert Jahren und das veranschaulichen auch die Illustrationen, die mir besonders gut gefallen haben. Ich finde auch toll, dass die Geschichte aus der Sicht eines Affen erzählt wird. Sally Jones macht sich viele interessante Gedanken über die Menschen. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi und Abenteuergeschichte und wird allen gefallen, die gerne dicke, spannende Bücher lesen.

ISBN: 978-3-8369-5874-5 / 19,95 Euro / Gerstenberg / ab 9 Jahren / 624 Seiten

Gesa Bachmann, 11 Jahre

Saci Lloyd: Euer schönes Leben kotzt mich an

Die Umwelt ist nicht mehr das, was sie einst war. Stromausfälle, Wirbelstürme und Überschwemmungen gehören bereits zum Alltag jedes einzelnen. Großbritannien möchte vorbildlich voran schreiten und erlässt ein Gesetz, das den CO2-Verbrauch reduzieren soll. Laura Brown erkennt schnell, dass sie nicht wie früher einfach mal so Fernsehen schauen oder in den Ferien nach Spanien fliegen kann. Zunächst ist das ganz gut zu verkraften, aber als dann das Wasser knapp wird und sie sich kaum noch waschen kann, erkennen alle Menschen, dass dies kein gutes Ende nehmen wird.

Ich finde, dieses Buch ist außerordentlich gut gelungen. Denn es bringt einen zum Nachdenken, ob unsere Zukunft wirklich so aussehen könnte, und das wünscht man sich ganz bestimmt nicht. Zudem ist in dieser ganzen Unordnung des „Weltuntergangs“ trotzdem ein gewisser Alltag zu erkennen. Und obwohl Laura Brown in dieser Zeit einige ihrer schlimmsten Tage erlebt, so erlebt sie auch die besten in der Liebe oder mit ihrer Band.

ISBN 978-3-401-50825-2 / 7,99 Euro / Arena / ab 12 Jahren / 344 Seiten / Aus dem Englischen von Barbara Abedi

Meret Raudonat, 17 Jahre

Kevin Brooks: Bunker Diary

Der 16-jährige Linus wacht in einem Bunker auf, nachdem er von einem Fremden entführt wurde. Mit ihm eingesperrt sind fünf weitere Menschen: ein neunjähriges Mädchen und vier Erwachsene. Vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten, sind sie ihrem Entführer ausgeliefert. Sie sind gezwungen, miteinander auszukommen, um zu überleben und zu fliehen, doch der Unbekannte hat komplette Kontrolle über die Gefangenen und beginnt, sie gegeneinander auszuspielen…

„Bunker Diary“ ist das Tagebuch von Linus, das er während der Gefangenschaft führt. Er beschreibt die geradezu klaustrophobische Zeit im Bunker so, dass man mit den Gefangenen und ihrer Situation mitfühlen kann. Die Figuren fühlen sich echt an, besonders Linus, der Erzähler.

Dieses Buch lässt sich nicht aus der Hand legen und bleibt auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis mit einem Ende, das man nicht erwartet hätte. Obwohl es keine komplexe Handlung gibt, ist „Bunker Diary“ sehr spannend, was an der Interaktion der Figuren und der fühlbaren Enge des Bunkers liegt. Das Buch ist aus gutem Grund ab 16, ohne dass es viel Gewalt enthält, aber die Atmosphäre ist bedrückend und wird gegen Ende immer düsterer. Definitiv lesenswert.

ISBN: 978-3-423-71673-4, EUR 8,95, dtv-Verlag, ab 16 Jahren, 288 Seiten, aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn

Lian Alipour, 17 Jahre