Meredith Russo: Als ich Amanda wurde

Ist Amanda ein Mädchen oder doch ein Junge?

Ein Mädchen! Da ist sich Amanda zu 100 Prozent sicher, obwohl sie ursprünglich als Andrew geboren wurde. Aufgrund ihrer persönlichen Geschichte gehört sie in ihrer kleinen Heimatsstadt im Süden der USA zu den gesellschaftlich Aussätzigen. In der Schule wird sie gemobbt und auch vor körperlicher Gewalt schrecken ihre Mitschüler nicht zurück.

Nach einem besonders schlimmen Vorfall beschließt Amanda zu ihrem Vater zu ziehen, um ein neues Leben als Amanda anzufangen. Niemand darf erfahren, dass sie nicht immer Amanda gewesen ist. Schon bald findet sie die ersten Freunde und verliebt sich außerdem. Alles scheint perfekt zu sein, wäre da nicht das große Geheimnis, dass Amanda mit sich herumträgt.

Dieses Buch bringt das Thema Transgender näher und handelt von Liebe, Freundschaft, der Wahrheit und dem eigenen Selbstbewusstsein.

Ich fand es wunderschön zu lesen und auch der Schreibstil hat mir gefallen.

 

Dtv/ ISBN 978-3-423-71749-6 / 10,95 € / dtv / ab 14 Jahren / 301 Seiten / Aus dem Englischen von Barbara Lehnerer

Von Emma Michaelsen (18 Jahre)

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Ursula Poznanski: „Erebos“ und „Elanus“

„Erebos“

Erebos ist ein Computerspiel, das man nicht legal herunterladen kann. Hinter vorgehaltener Hand geht es an einer Londoner Schule seine Runde. Man hat nur eine Chance es zu spielen und darf unter keinen Umständen mit jemandem darüber sprechen.

Auf irritierende Weise lässt das Spiel die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Denn die im Spiel gestellten Aufgaben muss man in der Realität erfüllen. Und Erebos entgeht nichts.

Nick, der anfängt das Spiel zu spielen, ist sofort fasziniert. Jedenfalls so lange bis ihm das Spiel befiehlt, einen Menschen umzubringen.

Ein unheimlich spannender Thriller, der sich in zwei Welten aufbaut: der Realität und dem Spiel. Eine Story, die auch diejenigen packt, die mit Computerspielen gar nichts zu tun haben.

 

ISBN: 978-3785573617 / 9,95 € / Loewe / ab 12 Jahren / 488 Seiten

 

„Elanus“

Jonas hat es nicht so mit sozialen Kontakten. Dafür ist er ein Genie, fasziniert von seinem Forschungsprojekt und bereits mit siebzehn Jahren durch ein Stipendium an einer Eliteuni angenommen worden. Seine Liebe gilt seiner selbstgebauten Drohne „Elanus“, mit der er seine Mitmenschen ausspionieren kann.

Anfangs fliegt er nur den Mädchen hinterher, aber dann sieht er durch Zufall etwas, was lieber unentdeckt geblieben wäre. Und mit einem Mal muss er sich fragen, wem er vertrauen kann. Denn er steckt in tödlicher Gefahr.

Ein packender Thriller, der jedoch anfangs etwas lahm daher kommt, da man mit dem arroganten Protagonisten nicht unbedingt sympathisiert. Dadurch empfindet man seine vorlaute und teils idiotische Art als sehr anstrengend. Im Lauf des Buches stellt sich sein Charakterzug allerdings als sehr nützlich heraus und ich kann ein spannendes Ende versprechen.

 

ISBN-13: 978-3743200111 / 9,95 € / Loewe / ab 14 Jahren / 416 Seiten

Beide Empfehlungen von Meret Raudonat (19 Jahre)

 

GILL LEWIS: EIN ZUHAUSE FÜR IMMER

Man könnte denken, es ist völlig normal, dass jemand mit Scarlet schimpft, sie sollte mal ihrer Mutter beim Haushalt helfen und sie sollte mal ihr Zimmer aufräumen. Aber nicht wenn dieser jemand Miss Gideon vom Jugendamt ist und auch nicht wenn in Wahrheit die zwölfjährige Scarlet die ganze Wohnung aufgeräumt und geputzt hat und nicht ihre Mutter. Normal ist das nur für Scarlet und ihren kleinen Bruder Red.

Denn einmal im Monat kommt Miss Gideon der Pinguin vorbei und kontrolliert die „Lage“ bei ihnen zu Hause. Pinguine, so nennen die beiden die Leute vom Jugendamt, denn sie stolzieren herum und stochern überall mit ihrer Nase herum, genauso wie die Pinguine im Zoo.

Der Zoo ist Scarlets und Reds einziger Zufluchtsort, wenn ihre Mutter mal wieder den ganzen Tag im Bett liegt oder das Geld am Monatsende knapp wird. Dort kann Scarlet in Ruhe ihre Bücher lesen und Red die Vögel im Tropenhaus beobachten, nur dort können sie wie richtige Kinder sein.

Die ganze Situation läuft aus dem Ruder, als Scarlet den kranken Red mit ihrer Mutter alleine lässt und es in der Wohnung anfängt zu brennen, während sie in der Schule ist. Die beiden Kinder werden von ihrer Mutter getrennt. Scarlet kommt in eine Pflegefamilie und muss auf eine neue Schule gehen. Doch wo ist Red? Verzweifelt macht sich Scarlet auf die Suche, denn sie weiß, ihr kleiner Bruder ist ohne sie verloren.

Dieses Buch hat mich stark zum Nachdenken gebracht. Immer habe ich mir die Frage gestellt: Möchte ich, dass Scarlet bei ihrer Mutter und ihrem Bruder ist, oder wünsche ich ihr, dass eine Pflegefamilie sich um sie kümmert und ihre richtige Familie gewissermaßen ersetzt?

Trotz des ernsten Themas hat die Autorin es geschafft die Geschichte auch für ein jüngeres Publikum zugänglich zu machen. Dadurch, dass sie einige Sachen, wie das genaue Krankheitsbild der Mutter nicht genau beschrieben hat, war es nicht zu heftig und der Fokus lag eher auf den Kindern.

 

ISBN 978-3423761840 / 14,95 Euro/ dtv / ab 10 Jahren / 224 Seiten / Aus dem Englischen von Siggi Seuß

Von Anne Bachmann (16 Jahre alt)

JANDY NELSON: ÜBER MIR DER HIMMEL und ICH GEBE DIR DIE SONNE

Jandy Nelson: Über mir der Himmel

Lennie ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrer Grama und ihrem Onkel Big in einem großen Haus. Bevor ihre Schwester Bailey starb, stand sie immer in deren Schatten. Jetzt steht Lennie alleine da und kann sich nicht mehr hinter der großen Schwester verstecken. Als die beiden Mädchen noch sehr klein waren, verschwand deren Mutter. Damit klarzukommen war immer schwer für Lennie und es kommt nach Baileys Tod wieder hoch. Im Schulorchester trifft Lennie den charmanten Franzosen Joe Fontaine und auch dem Exfreund ihrer Schwester kommt sie gefährlich nah. Nun findet sie sich in einer Situation wieder, die sie mit ihrem Lieblingsbuch „Sturmhöhe“ vergleicht. Während des Lesens hat es mich ein wenig genervt, dass sie sich immer wieder mit dem Leben von Heathcliff und Catherine vergleicht. Ich habe schon häufig Bücher gelesen in denen die Protagonisten sich mit den beiden vergleichen und hätte mir vielleicht mal etwas anderes gewünscht.

Außerordentlich gut gefallen haben mir die Gedichte von Lennie. Diese spiegelten ihre Gefühlswelt manchmal besser wider als im erzählten Teil des Buches . Es war sehr schön zu sehen, wie Lennie sich über einige Irrungen und Wirrungen sich selbst und auch die „wahre“ Liebe findet.

Ein Auszug meines Lieblingsgedichtes von Lennie:

„Trauer ist ein Haus, in dem die Stühle vergessen haben wie man trägt,

die Spiegel wie man unser Bild zurückgibt,

die Wände wie man uns umfängt. (…)

Trauer ist ein Haus, in dem niemand dir Schutz geben kann,

in dem die kleine Schwester älter als die große wird.“

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

In ihrem zweiten Roman zeigt uns Jandy Nelson wieder ein Familienszenario. Jedoch hier mit einem größeren Fokus auf die Familie, als auf die Liebe. Noah und Jude sind Zwillinge. Man begleitet sie über drei Jahre, in denen sie sich sehr stark verändern und zu jungen Erwachsenen werden. Die beiden kämpfen stark damit, dass ihre Mutter früh stirbt. Viel mehr möchte ich auch nicht zu der Handlung sagen, denn es geht auch viel um Geheimnisse, jedoch sollten man wissen, dass man sich auf ein Gefühlschaos einstellen muss.

Die beiden Zwillinge haben mich einfach verzaubert und auch die Entwicklung der Protagonisten wurde sehr gut dargestellt.

Meine Meinung zu der Autorin Jandy Nelson

Wie man schon heraushören kann, haben mir beide Romane von Jandy Nelson überzeugt. Sie hat vielschichtige und nicht direkt durchschaubare Charaktere erfunden mit denen man sich gut identifizieren konnte. Es hat mir außerdem gefallen, dass Familien so eine große Rolle in den beiden Romanen gespielt hat.

Jandy Nelson kann ich allen empfehlen, die gerne Liebesromane mit Tiefgang lesen.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne. ISBN: 978-3-570-16459-4 / € 17,99 / cbt / ab 14 Jahren / 480 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Jandy Nelson: Über mir der Himmel. ISBN: 978-3-570-31123-3 / € 9,99 / cbt / ab 14 Jahren / 352 Seiten / aus dem Englischen von Catrin Frischer

Anne Bachmann, 14 Jahre

Inés Garland: Wie ein unsichtbares Band

Wie ein unsichtbares BandDas junge Mädchen Alma lebt mit ihren Eltern in Buenos Aires. Am Wochenende fahren sie immer gemeinsam zu ihrem Haus auf einer Insel im Flussdelta. Dort lernt sie auch ihre besten Freunde, Carmen und Carmens großen Bruder Marito, kennen. Die Insel ist das Paradies der Kinder, soziale Unterschiede spielen keine Rolle. Jedenfalls bis zu dem Punkt, wo sich zwischen Alma und Marito mehr als bloße Freundscha‰ft entwickelt, was Almas Eltern sehr missfällt. Die Geschichte erzählt erschreckend authentisch aus dem Leben zweier argentinischer Familien, die aus verschiedenen Milieus zur Zeit der Militärdiktatur kommen. Jedoch steht die politische Situation eher im Hintergrund, viel mehr wird auf die Familien und ihre Lebensart eingegangen.

Es handelt sich hierbei um einen Roman, der tief unter die Haut geht. Man taucht vollständig in eine fremde Kultur ein und bekommt ihre Freude und Trauer zu spüren. Ein Jugendroman, der einem die Augen öffnet!

ISBN 978-3-396-81117-5 / € 7,99 / Fischer KJB/ ab 14 Jahren / 256 Seiten / Aus dem Spanischen von Ilse Layer

Meret Raudonat, 17 Jahre

 

Catharina Junk: Auf Null

Auf Null

Nina hat ihr Abitur geschafft. Ist mit der besten Freundin weggezogen. Und dann: Leukämie. Für die •20-jährige bedeutet das Krankenhaus, mehrmals Chemotherapie, Rückfälle und vor allem ein von Freunden und der Familie isoliertes Leben mit wenig Kontakt zur Außenwelt. Nach einem Jahr in der Klinik muss Nina neu anfangen, ihrem Körper zu vertrauen und wieder anderen Menschen näherzukommen. Ihr inzwischen radikal religiöser Bruder, ihre beste Freundin, mit der sie sich zerstritten hat und die große Liebe warten auf sie. Aber Nina schottet sich ab, um alle, die ihr wichtig sind, vor ihr und einem erneuten Rückfall zu schützen. Schafft sie es, sich das Leben zuzutrauen?

In einem beeindruckend schlichten und trotzdem packenden Stil erzählt Nina parallel die Geschichte ihres Krankenhausaufenthalts und des anschließenden Neubeginns und spricht auf einfühlsame und gleichzeitig komische Weise die Schwierigkeiten an, mit denen gerade junge Menschen nach schweren Krankheiten kämpfen. Das Buch fesselt nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene sehr: Man merkt erst, dass man angefangen hat, es zu lesen, wenn die Geschichte leider schon wieder vorbei ist.

ISBN 978-3-463-40668-8 / € 19,95 / Kindler / für junge Erwachsene / 396 Seiten

Julica Schütz, 19 Jahre

Edward van de Vendel/ Roy Looman: Krebsmeisterschaft für Anfänger

krebsmeisterschaft

Der 15-jährige Max führt ein normales Teenagerleben mit Mädchen, Küssen, Partys und Fußball. Doch alles ändert sich. Bei Max wird Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Das bedeutet Übelkeit, Krankenhaus und ganz viel Chemo. Doch seine Freunde und Familie unterstützen ihn voll und ganz. Auch, wenn er das manchmal nicht will. Doch wird das Spiel für Max gut ausgehen?

Ich persönlich fand das Buch sehr gut, weil man erfahren hat, wie die Menschen mit einer solchen Krankheit umgehen. Außerdem weiß man nach dieser Geschichte, dass es sich lohnt immer weiter zu kämpfen, egal wie weit unten man sich befindet.

ISBN 978-3-551-58350-5 / € 13,99 / Carlsen / ab 12 Jahren / 208 Seiten / Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf

Florentina Kraft, 13 Jahre