historisch

Rainer M. Schröder: Himmel ohne Sterne

Deutschland 1946: Ein Jahr ist die Befreiung der Juden aus den KZ bereits her, doch so wie vor dem Krieg ist es jedoch noch lange nicht wieder. Wie lebende Tote ziehen die Überlebenden durch ganz Deutschland auf der Suche nach Freunden und Verwandten, die, wie sie, das KZ überlebt haben. Leah Friedberg ist eine dieser Überlebenden, eine, die alles verloren hat. Doch als sie in ihrer zerbombten Heimatstadt ihrem Kindheitsfreund Jannek über den Weg läuft, tut sich plötzlich ein Hoffnungsschimmer am Horizont auf: Alija Bet. Alija Bet ist der Codename für die illegale Einwanderung in das britische Mandatsgebiet Palästina. Denn in Deutschland, in ganz Europa, sehen die Juden für sich keine Zukunft mehr. Nirgendwo sind sie wirklich willkommen, das Einzige was es für sie hier gibt, ist ein „Himmel ohne Sterne“

Dieses Buch ist wunderschön geschrieben und regt zum Nachdenken an. Es erzählt von den Verbrechen und Grausamkeiten der Nazis an den Juden. Aber es verdeutlicht auch die Hoffnung der Juden auf ein eigenes Land.

ISBN 978-3-570-17222-3 /16,99€ / Cbj / ab 14 Jahren / 576 Seiten

Emma Michaelsen, 16 Jahre

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Nina Blazon: Feuerrot

Madda, eigentlich Magdalene, hat Glück. Das denken jedenfalls alle, als sie, nachdem starke Missernten und viele Unwetter ihre Familie in die Armut stürzten, Arbeit als Magd bei dem reichen Kaufmann Humpis bekommt. Doch ist diese Arbeit wirklich ein Segen für Madda? Diese Frage lässt sich klären, als Kaufmannssohn Lucio aus Italien bei Familie Humpis auftaucht. Lucio ist geheimnisvoll und verschlagen, doch scheint ihn jeder zu mögen und ihm zu vertrauen. Als er Madda verführen will und sie ihn zurückweist, zeigt er sie der Hexerei an.

Auch Elisabeth hat es als Ziehtochter in der Humpis Familie nicht gerade leicht. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Humpis‘ Enkel Beno und den Gesetzen ihrer Tante zum Thema Ehemann. Noch dazu versucht Lucio auch sie zu verführen. Und um sie herum toben in Ravensburg die Hexenprozesse unter dem allerseits gefürchteten Inquisitor Heinrich Kramer. Wird Madda es schaffen, sich vor dem Scheiterhaufen zu retten? Und was führt Lucio wirklich im Schilde?

Dieses historische Jugendbuch legt nahe, wie es bei einem Hexenprozess wirklich zuging, erzählt aber auch von Freundschaft und Liebe. Es ist sehr gut geschrieben, abwechselnd wird aus Elisabeths und Maddas Sicht berichtet. Mir gefiel dieses Buch sehr gut, ich konnte es kaum aus der Hand legen und musste einfach weiter lesen.

ISBN 978-3-473-40133-8, € 16,99, Ravensburger, ab 13 Jahren, 511 Seiten

Emma Michaelsen, 16 Jahre

Antoinette Lühmann: Sternengreifer

Benedict, ein 14-jähriger Junge, hat seit langem nur einen Traum: Fliegen! Deswegen läuft er auch aus dem Kloster, in dem er aufgezogen wurde, weg. Er versucht, in Paris sein großes Vorbild Henri Giffard zu finden. Dieser ist Aeronaut und Erfinder und Benedict hofft, viel von ihm zu lernen und endlich fliegen zu können. Doch auch der skrupellose Charles Godin und sein Sohn Sebastien haben ihr eigenes Interesse an dem Erfinder und wollen diesen für ihre Vorteile nutzen. Dabei gehen sie rücksichtslos und wenig zimperlich auch gegenüber Benedict vor und es wird für ihn und Henri gefährlich.

Das Buch hat mir gut gefallen, da es sehr spannend geschrieben ist. Mich haben die vielen Verwicklungen zwischen den einzelnen Personen, die sich erst im Verlauf der Geschichte auflösen, sehr gefesselt. Außerdem fand ich es sehr interessant, dass das Buch sehr anschaulich das Leben in Paris in früherer Zeit beschreibt und mit dem Erfinder Henri Giffard einen Bezug zur Realität hat, da es diesen wirklich gab.

ISBN 978-3-649-61535-4, EUR 14,95, Coppenrath, ab 11 Jahren, 352 Seiten

Torge Jönck, 12 Jahre